Unsere Überfahrt nach Karpathos begann bereits frühmorgens, beziehungsweise mitten in der Nacht. Um ca. 2.30 Uhr machten wir uns zu Fuss auf den Weg an den Hafen von Heraklion, wo wir die Fähre bestiegen. Da die Überfahrt “nur” etwa 6 Stunden dauert, hatten wir uns entschieden, lediglich komfortablere Sitze zu buchen, was sich als grosser Fehler herausstellte. An Schlaf war nicht zu denken, die Lichter grell, um uns herum mehrere Personen, die lautstark telefonierten oder Podcasts über ihren Handylautsprecher hörten. Wir flüchteten auf das Deck, wo wir den Rest der Nacht versuchten, sitzend auf Plastikstühlen zu schlafen.

Nichtsdestotrotz, kamen wir gegen Mittag im Süden von Karpathos (Pigadia) an.
Erstaunt über die vielen anderen Touristen und Touristinnen (Karpathos wird eigentlich überall als recht verschlafene Insel beschrieben) durchquerten wir den Hafen und checkten in unser Hotel ein. Am folgenden Tag mieteten wir ein Auto und fuhren damit zu einem Strand im Städtchen Lakki. Der Strand war wunderschön, mit blaugrünem Wasser und wir konnten sogar schnorcheln.





Unser erster Eindruck der Insel bestätigte sich aber, der Süden von Karpathos war uns zu voll, weshalb wir uns entschieden, einen Tag früher als geplant nach Diafani im Norden Karpathos weiterzureisen.
Anders als in Pigadia, stiegen in Diafani nur etwa 10 andere Personen mit uns aus – wir hatten also endlich unsere ruhige Ecke auf der Insel gefunden. Der griechische Meltemi-Wind, der im Juli und August typischerweise den ganzen Tag über bläst, sorgte ausserdem dafür, dass es im Vergleich zu unseren vorherigen Stationen etwas kühler war, was uns inmitten einer Hitzewelle natürlich zu Gute kam. Die erste Nacht verbrachten wir bei einer älteren Frau, die kein Wort Englisch sprach, uns dafür aber gleich selbstgebackene, gefüllte Teigtaschen brachte, die sie eben im Holzofen im Garten fertiggebacken hatte – sie waren köstlich!
Die Tage in Diafani waren wunderbar ereignislos und von schönen Begegnungen mit den herzlichen Inselbewohner*innen geprägt. Wir badeten am kleinen Steinstrand im Dorf, tranken Freddo Espresso und Freddo Capuccino im kleinen Café des Orts (zum Entsetzen der Inhaberin ohne Zucker!). Am Abend tranken wir ein Apéro an der Promenade und assen in einem der kleinen Restaurants Znacht. Hier bleibt besonders das Restaurant Anixi in Erinnerung: dort gab es keine Karte und wir konnten / mussten der Köchin in die Töpfe schauen, um zu entscheiden, welche Gerichte wir essen möchten.









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