Wie im letzten Beitrag erwähnt, waren wir erleichtert, Marmaris mit dem Bus in Richtung Izmir zu verlassen. Die Busfahrt nach Izmir dauerte 4 Stunden, führte über erstaunlich hohe Berge und war sehr bequem: ein Mitarbeiter servierte den Gästen die ganze Fahrt über immer wieder Kleinigkeiten, sei es Wasser, Kaffee, Snacks und einmal sogar eine Glace. Es gab mehrere kurze Pausen, wir trauten uns aber nicht, den Bus zu verlassen, da wir nicht wussten, wann er weiterfahren würde (da wir die einzigen Touristen im Bus waren, wurden die Durchsagen ausschliesslich auf Türkisch gemacht)…

Schlussendlich kamen wir zufrieden am Busbahnhof von Izmir, dem Otogar an. Ursprünglich hatten wir geplant, einen städtischen Bus zur nächstgelegenen U-Bahn-Station zu nehmen, welche uns in die Nähe unserer Unterkunft bringen würde. Den Bus fanden wir zwar, wurden aber ziemlich unwirsch auf türkisch abgewimmelt. So legten wir den Weg zur U-Bahn schlussendlich mit einer (rasanten) Taxifahrt zurück. Das Ticketsystem der U-Bahn hingegen ist dem schweizerischen Ticketsystem überlegen: Tickets brauchen nicht gekauft zu werden; einfach die Kreditkarte ans Drehkreuz halten und man kauft ein Einzelbillet.
In der Unterkunft angekommen, erholten wir uns von der Reise und verbrachten so auch die heisseste Zeit des Tages (die Hitzewelle begleitet uns uns nach wie vor!) in der Kühle. Gegen Abend erkundeten wir das Quartier Konak, in dem sich unsere Unterkunft befand. Ein Teil von Konak liegt an einem steilen Hügel. Um den Aufstieg zu vereinfachen wurde schon 1907 ein 40 Meter hoher Aufzug, der Asansör, gebaut. Er ist immer noch in Betrieb, wird rege genutzt und ist gleichzeitig eine so bekannte Attraktion geworden, dass sich an seinem Fuss eine Ansammlung von Restaurants und Bars gebildet hat.






Am nächsten Morgen trafen wir Yusuf, ein Freund eines Onkels von Aurelio. Er wurde in Izmir geboren und wohnt immer noch in der Stadt. Yusuf zeigte uns per Tram, Fähre und zu Fuss die schönen Ecken der Stadt. Wir konnten den lebhaften Basar Izmirs besichtigen und assen die – laut Yusuf – beste Pide der Stadt zum Zmittag, auch süsser Çay und starker türkischer Kahve durfte nicht fehlen. Am Nachmittag wurde uns allen die brütende Hitze zu viel. Wir verabschiedeten uns von Yusuf und zogen uns wieder in unsere Unterkunft zurück.
Am folgenden Abend reisten wir per Nachtzug weiter nach Ankara. Wir hatten ein Zweierabteil gebucht und waren begeistert von der Kabine. Auch wenn sie bereits etwas in die Jahre gekommen war, war sie sehr geräumig und gut ausgestattet: Ein Waschbecken war vorhanden und sogar ein kleiner Kühlschrank mit Wasser und Snacks stand bereit. Wir verliessen Izmir mit guten Erinnerungen im Sonnenuntergang. Auf die Aussenbezirke Izmirs folgten bald ländlichere Gebiete und schon bald fuhren wir durch die dunkle Nacht.






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