Die Reise nach Batumi
Unser letzter Tag in Kars startete – wie die vorhergehenden – mit einem opulenten Frühstück im Hotel. Wir hatten einen Bus ins Städtchen Hopa am Schwarzen Meer gebucht, welcher um 13 Uhr abfahren sollte. Kurz vor der Abfahrt hatten wir einen kurzen Panikmoment, weil wir nicht wussten, wo genau unser Bus abfahren würde. Glücklicherweise half uns ein Angestellter des Hotels weiter; er telefonierte herum und fand heraus, dass uns der Bus an einer Tankstelle ausserhalb von Kars einsammeln würde. Wir fuhren also per Taxi zu der genannten Tankstelle und warteten dort auf den Bus, welcher mit einer einstündigen Verspätung dann auch ankam.
Die Fahrt nach Hopa dauerte 5.5 Stunden und führte über einen Bergpass auf 2500 Metern. Die Aussicht war fantastisch und man fühlte sich fast wie in den Schweizer Alpen.
Es war bereits 20 Uhr, als wir in Hopa ankamen. Unseren Recherchen zufolge sollte es ein Dolmuş (Sammeltaxi) zum Grenzübergang in Sarp geben. Leider fuhr zu dieser Zeit kein Dolmuş mehr und wir standen ein wenig verloren an der Bushaltestelle herum. Schlussendlich wurden wir von einem Mann namens Wedat angesprochen, welcher ebenfalls nach Sarp reisen wollte. Er spendierte uns einen Tee und organisierte ein Taxi. Während wir auf das Taxi warteten, plauderten wir mit Wedat. Er erzählte uns, dass er als Grenzwächter an der türkisch-iranischen Grenze arbeitete und nun eine Woche Ferien in Georgien verbringen möchte. Schliesslich kam das Taxi, welches uns in einem Höllenritt an die türkisch-georgische Grenze brachte: der Taxifahrer diskutierte pausenlos mit Wedat und gestikulierte dazu so heftig, dass das Taxi unentwegt hin und her schlingerte.
Der Grenzübertritt nach Georgien verlief problemlos: Personen mit Schweizer Pass dürfen sich ohne Visum bis zu einem Jahr (!) in Georgien aufhalten. Nach dem Grenzübertritt verabschiedeten wir uns von Wedat und legten das letzte Stück Weg nach Batumi mit einem öffentlichen georgischen Bus zurück. Es war bereits 23:30 Uhr (Georgien hat eine andere Zeitzone als die Türkei; wir “verloren“ deshalb eine Stunde), als wir in unserer Unterkunft ankamen. Wir deponierten unser Gepäck und machten uns auf die Suche nach einem späten Abendessen. Glücklicherweise ist das Nachtleben in Batumi sehr lebendig; wir fanden deshalb schnell ein Restaurant, dass um diese Zeit noch Essen servierte und kehrten müde, aber satt und zufrieden in unsere Unterkunft zurück.
Batumi
Batumi wird auch als “Dubai am Schwarzen Meer“ bezeichnet. Schon bei der Ankunft sahen wir, dass diese Bezeichnung auf den ersten Blick zumindest teilweise zutrifft: Die Skyline von Batumi ist markant und nachts grell beleuchtet. Unzählige Casinos säumen die Strassen und die Immobilienpreise haben sich in den letzten Jahren mehr als verdreifacht. Bei längerer Betrachtung bietet Batumi aber noch viel mehr: Die Altstadt beherbergt unzählige schöne Gebäude, manche halb zerfallen, andere auf Hochglanz poliert. Das Kieselstrand lädt zu einem Bad im Schwarzen Meer ein und die Restaurants servieren ausgezeichnete georgische Gerichte.
Nach einer erholsamen Nacht in unserer Unterkunft verbrachten wir einen gemütlichen Tag in Batumi. Wir besichtigten die Altstadt und badeten im Schwarzen Meer. Am Abend assen wir in einem kleinen Restaurant, welches verschiedene georgische Gerichte und ausgezeichneten georgischen Wein servierte.








Am folgenden Tag reisten wir mit dem Zug in die Hauptstadt Tiflis weiter. Die Strecke wird von einem modernen, doppelstöckigen Schnellzug bedient, welcher dafür ca. 5.5 Stunden benötigt. Da wir die Tickets im Voraus gebucht hatten, konnten wir das Abreisedatum nicht mehr verschieben, was wir bedauerten: wir haben uns in Batumi sehr wohlgefühlt und hätten gerne mehr Zeit in dieser Stadt verbracht!










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