Im Zug durch die Welt

Ein langsames, gemütliches Reisejournal

Naoshima, unser nächster Stopp ist eine kleine Insel in der Seto-Inlandsee, die sich zwischen Shikoku und Honshu (dem japanischen „Festland“) befindet. Naoshima ist per Fähre gut erreichbar und auch wir reisten auf diese Weise von Takamatsu dorthin. Die Reise war – verglichen mit unseren bisherigen Überfahrten per Fähre – eher kurz und dauerte nur eine Stunde.

Naoshima ist recht touristisch, was vor allem an der schieren Menge an Kunstmuseen und -installationen auf der Insel liegt. Neben dem berühmten Chichu Art Museum, welches unter anderem Werke von Claude Monet ausstellt finden sich etliche weitere Museen auf der Insel. Das Chichu Art Museum ist so beliebt, dass man die Tickets online vorreservieren muss. Leider bemerkten wir das erst auf dem Weg zur Insel und alle Tickets waren längstens vergeben. So waren wir gezwungen, dieses Museum auszulassen und ein Alternativprogramm zu finden.

Als erstes mieteten wir E-Bikes und fuhren zum Benesse Art House, welches auf einem Hügel der Insel liegt. Neben dem eigentlichen Museum mit seiner Ausstellung findet sich auch ein Park mit weiteren Kunstinstallationen. Unweit des Museums, auf einem Steg am Meer befindet sich auch einer der Kürbisse von Yayoi Kusama. Dieser wurde von fotohungrigen Touristen umschwärmt, und sogar ein Brautpaar liess sich vor dem Kürbis fotografieren.

Nach dieser Besichtigungstour fuhren wir mit unseren Velos zurück zum Städchen der Insel und besuchten als Abschluss die Miyanoura Gallery 6, welche als Zentrum für Kunstschaffende von Naoshima dient. Der vordere Teil der Gallerie wurde aus einer ehemaligen Pachinko-Halle erstellt und dient als zugängliches Archiv und Ausstellungsraum, in welchem Werke von Einheimischen gezeigt werden. Zur Zeit unseres Besuches gab es eine Ausstellung von über 80-jährigen Bewohner*innen der Insel. Der hintere Teil der Gallerie befindet sich in einem ehemaligen Grillrestaurant und ist für Besucher nur teilweise zugänglich. Er wird als Atelier benutzt, das allen Einheimischen offensteht.

Nach diesem Kulturmarathon waren wir ziemlich erschöpft. Um uns ein wenig zu erholen besuchten wir den Onsen der Insel. Wie fast alles auf Naoshima fanden sich natürlich auch hier einige Kunstobjekte…

Okayama

Wir verbrachten nur eine Nacht auf Naoshima und reisten gleich am nächsten Morgen weiter. Eine Fähre brachte uns in 10 Minuten nach Uno auf dem japanischen Festland, von wo wir mit dem Zug weiter nach Okayama reisten.

Auf Shikoku und in der Umgebung von Okayama werden Indigo und Baumwolle angebaut. Diese Rohstoffe werden lokal zu qualitativ sehr hochwertigen Jeans weiterverarbeitet. Wir machten einen Tagesausflug nach Kojima, ein kleines Städchen unweit von Okayama, welches als Jeans-Mekka gilt.
In Kojima dreht sich wirklich alles um Jeans. Die Schliessfächer am Bahnhof, die Busse und die Getränkeautomaten sind in Jeans-Muster angemalt und natürlich gibt es eine Jeans-Street, welche dutzende Jeansgeschäfte beherbergt. Insbesondere Aurelio konnte nicht widerstehen und deckte sich mit einem Vorrat an Jeans ein, der nun mehrere Jahre halten sollte.

Am nächsten Tag war es bereits Zeit, weiterzureisen. Wir nutzen die Zeit zwischen Check-out und der Abfahrt unseres Zuges aber noch für einen Besuch der Burg von Okayama und dem nahegelegenen Kōraku-en-Garten, der mit blühenden Kirschbäumen, perfekt gepflegten Bäumen und malerischen Seen mit Kois in allen Farben aufwartete.

Nach dem Besuch des Gartens kehrten wir an den Bahnhof Okayamas zurück und bestiegen den interessant aussehenden Yakumo-Zug nach Izumo, unserem nächsten Reiseziel.

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