Unser nächstes Ziel war Kyoto, die ehemalige Hauptstadt und das unangefochtene Tourismuszentrum Japans. Unterwegs machten wir Zwischenhalte in Himeji, Kobe und Osaka.
In Himeji besichtigten wir das Schloss und den dazugehörigen Garten. Die Kirschblütensaison neigte sich dem Ende zu und ein leichter Wind wirbelte unzählige Kirschblütenblätter durch die Luft; ein sehr malerischer Anblick!
Unser Aufenthalt in Kobe war recht kurz und von Erkältungen geprägt, deshalb unternahmen wir nicht viel. Wir nutzten aber die Gelegenheit, Kobe-Beef, die lokale Spezialität, zu probieren.
In Osaka stand ein Behördengang an: Personen aus der Schweiz können ihr 90-tägiges Touristenvisum um weitere 90 Tage verlängern lassen, müssen dazu aber auf einer regionalen Einwanderungsbehörde ein Gesuch stellen. Da die Behörde sehr ausgelastet und das Prozedere ein bisschen kompliziert war, kostete uns das fast einen ganzen Tag.






Kyoto
Kyoto war über ein Jahrtausend lang der Sitz des japanischen Kaisers und dementsprechend hoch ist seine kulturelle Dichte. Dies führt auch dazu, dass Kyoto die unangefochtene Touristenhauptstadt Japans ist: über 75 Millionen Menschen besuchen die Stadt jedes Jahr.
Wir mieteten eine Ferienwohnung in der Nähe der Metrostation Ōmiya. Da es keine grossen Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Nähe gibt, ist die Gegend eher ruhig, hat aber dennoch eine gute Anbindung ins Zentrum. In den folgenden Tagen besichtigten wir die Tempel und Schreine der Stadt, besuchten eine Geiko-Aufführung und statteten der nahegelegenen Stadt Nara einen Besuch ab.
Kiyomizu-dera und Kōdai-ji
Unser erster Tagesausflug führte uns in den Osten Kyotos, wo wir als erstes den Kiyomizu-dera besichtigten, einen über 1200 Jahre alten buddhistischen Tempel, der an einem steilen Berghang liegt und eine schöne Aussicht über Kyoto bietet. Berechtigterweise ist der Tempel sehr berühmt; entsprechend waren die Menschenmassen.





Unser zweites Ziel an diesem Tag war der Kōdai-ji, ebenfalls ein buddhistischer Tempel mit einem nahegelegenen Bambuswald. Obwohl der Tempel nur eine Viertelstunde zu Fuss vom Kiyomizu-dera liegt, waren nur wenige Touristen dort und wir konnten das Tempelgelände ungestört erkunden.



Kinkaku-ji und Ryoan-ji
Der fast komplett vergoldete Kinkaku-ji ist einer der bekanntesten Tempel Kyotos und wir mussten ihm natürlich einen Besuch abstatten. Wir machten uns schon recht früh auf den Weg und konnten so dem grössten Touristenansturm entgehen.




Nicht weit entfernt vom Kinkaku-ji befindet sich eine weitere Tempelanlage, der Ryoan-ji. Wir schlenderten zunächst durch den ausgedehnten Park mit kleinem See und erreichten schliesslich den eigentlichen Tempel, welcher einen sehr ästhetischen Zen-Garten beherbergt.
Miyako Odori und Fushimi-Inari-Taisha
Das Miyako Odori ist ein jährlich stattfindendes Tanzfestival, bei welchem Geikos (Geishas) und Maikos (angehende Geikos) traditionelle Tänze aufführen. Wir hatten doppelt Glück: erstens fand das Miyako Odori während unseres Aufenthalts in Kyoto statt und zweitens konnten wir noch zwei Tickets für eine Aufführung ergattern! Wir machten uns also auf zum Gion-Kaburenjo-Theater und genossen die anmutigen Tänze der Geikos und Maikos, deren wunderschöne Kostüme und die aufwändig gestalteten Kulissen. Leider (oder vielleicht zum Glück…) waren Fotos nicht erlaubt, deshalb verweisen wir auf die offizielle Webseite.
Nach der Aufführung nahmen wir den Zug zum Fushimi-Inari-Taisha, einem Schrein, der für seine zahllosen orangen Torii bekannt ist. Diese werden von Firmen gestiftet, um sich beim Gott Inari für ein erfolgreiches Geschäftsjahr zu bedanken. Je grösser der Gewinn der Firma, desto grösser (und teurer) das Torii!






Nara
Am nächsten Tag standen wir in aller Frühe auf und nahmen den Zug nach Nara, einer Stadt in der Nähe von Kyoto. Nara war im 8. Jahrhundert für einige Jahrzehnte die Hauptstadt Japans und ist kulturell deshalb sehr interessant. Wir schlenderten durch den Nara-Park, der von Sikahirschen bevölkert wird. Die Hirsche haben gelernt, sich vor Menschen zu verbeugen und werden dafür mit Reiswaffeln gefüttert, die an kleinen Ständen verkauft werden. Sobald man Reiswaffeln kauft, wird man sofort von einem Pulk Hirsche bedrängt und im nu sind alle Reiswaffeln verputzt.
Im Nara Park befinden sich auch diverse Schreine und Tempel, zum Beispiel der Tōdai-ji mit seiner riesigen Buddha-Statue und der Kasuga-taisha, der für seine zahllosen Laternen bekannt ist. Zum Zeitpunkt unseres Besuches blühten auch die Glyzinien und boten einen wunderschönen Anblick!









Lokale Gerichte
Kyoto ist unter anderem bekannt für seine traditionellen Süssigkeiten, für Tofu und für eingelegtes Gemüse.
Sophie entdeckte in der Teramachi-Einkaufsstrasse einen kleinen Laden für traditionelle Süssigkeiten und kaufte einige Nama Yatsuhashi (ein Teigstücke aus Reismehl, Zucker und Zimt, welche mit roter Bohnenpaste gefüllt werden). In einem anderem Laden kauften wir eine weitere saisonale Süssigkeit, von welcher wir leider den Namen nicht wissen. Der Besitzer konnte uns nicht genau erklären, aus was die Süssigkeit hergestellt wird, aber wir fanden sie sehr gut!
Tofu assen wir in einem spezialisierten Restaurant. Wir probierten mehrere Tofugerichte und konnten sogar selber direkt am Tisch Tofu aus Sojamilch herstellen.
In Nara suchten wir relativ lange nach einem einfachen Mittagessen und wurden schliesslich in einem Restaurant fündig, das sich auf eingelegtes Gemüse spezialisert hatte. Wir bestellten das Mittagsmenü, welches neben Reis, Misosuppe, Fisch und Oden viele verschiedene eingelegte Gemüse beinhaltete.








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