Nach unserem Aufenthalt in Zhangjiajie machten wir uns langsam auf den Weg in die Yunnan-Provinz, welche an Laos grenzt. Wir legten auf dem Weg einen kurzen (verregneten) Zwischenhalt in Chongqing ein, blieben einige Tage in Kunming und Dali, bevor wir mit dem China-Laos-Zug von Kunming nach Luang Prabang in Laos reisten.
Da unsere Aufenthalte recht kurz waren, halten wir in diesem Blogeintrag die Aufenthalte in allen drei Städten kurz und teilen vor allem Fotos.
Chongqing
Nach einer zweistündigen Zugfahrt erreichten wir Chongqing. Nach unserem Aufenthalt im überschaubaren Wulingyuan (Zhangjiajie), war Chongqing eine Herausforderung für unsere Sinne. Die Stadt befindet sich auf vielen verschiedenen Ebenen, die Wolkenkratzer sind so hoch, dass man den Kopf in den Nacken legen muss, um ihre Spitzen zu sehen. Ausserdem leuchten überall Neonlichter, Werbebildschirme und automatisierte Megaphone preisen mit blechernen Stimmen alle möglichen Waren an. Während unseres zweitägigen Aufenthalts verirrten wir uns oft auf den verschiedenen Ebenen der Stadt und wurden unzählige Male verregnet. Wir sassen aber auch oft vor dem riesigen Fenster in unserem Hotelzimmer und genossen die Aussicht auf die Skyline Chongqings und den Yangtse.






Kunming
Nach einem kurzen Aufenthalt in Chongqing machten wir uns schon bald auf den Weg nach Kunming. Kunming ist der Hauptort der Yunnan-Provinz, die mehrheitlich auf einer Hochebene liegt und an Myanmar, Laos und Vietnam grenzt. Das Klima ist eigentlich subtropisch, aufgrund der Höhenlage aber ganzjährig angenehm mild. Es ist ausserdem ideal für jegliche Pflanzen und so gilt Kunming als auch Stadt der Blumen. Auch sonst sieht man überall auf der Strasse und in den Geschäften riesige Pflanzen gedeihen. Yunnan ist ebenfalls Lebensort vieler ethnischer Minderheiten, wie der Hmong, Dai und Bai.
Wir merkten bereits bei unserer Ankunft, dass hier ein anderes Tempo herrscht und alles etwas entspannter ist. Die Nähe zum Ausland zeigte sich nicht nur im Angebot der Essensstände, sondern auch in der unglaublichen Anzahl an Rollern, die auf jeder freien Fläche geparkt wurden. Im Gegensatz zu anderen chinesischen Städten verwandelte sich das Zentrum Kunmings abends aber in eine Fussgängerzone. Die Leute schlenderten durch den historischen Kern mit seinen alten Gebäuden und über verschiedene kleine Nachtmärkte, wo Souvenirs und Essen angeboten wurde. In der Altstadt wird neben der üblichen Massenware auch viel Jadeschmuck, Holzschnitzereien und Textilien angeboten, wobei es bei allen Produkten anspruchsvoll war, die Massenware zu umgehen. Auf unseren Spaziergängen kaufte sich Sophie upgecycelte Kleidung aus alten Stoffen, Aurelio liess sich einen persönlichen Stempel (Chop) anfertigen.








Dali
Dali ist eine kleine Stadt im Nordosten Yunnans, die für ihre malerische Altstadt berühmt ist. Die Stadt war früher das politische Zentrum des Nanzhao-Reiches und des Königreichs Dali und ist Ausgangspunkt der südlichen Seidenstrasse. In der jüngeren Vergangenheit, gilt Dali auch als Treffpunkt für Backpacker und chinesische Aussteiger*innen. Heute ist Dali im Mainstream-Tourismus angekommen, der Touristenansturm beschränkt sich aber auf einige wenige Strassen im Zentrum der Altstadt. Läuft man einige Schritte weiter, ist die entspannte, alternative Atmosphäre aber definitiv noch sicht- und spürbar. Hunde (und Katzen) liegen faul vor und in den unzähligen Geschäften und Cafés, Gäste verweilen länger und kommen miteinander ins Gespräch und wir hörten sogar die Klänge eines Hangs (würkli Bäsu!).
Da das Wetter auch hier garstig war (es hat während unseres dreitägigen Aufenthalts durchgeregnet), nahmen wir Dali als kleine Verschnaufspause und genossen das langsamere Tempo der Stadt. Wir verbrachten lange Nachmittage im gemütlichen Café Liaowusuo, wo wir vorzüglichem Kaffee tranken, die Ladenkatze streichelten, in lokalem Kunsthandwerk und Antiquitäten stöberten und spannende Gespräche mit der Besitzerin führten. Wir tingelten durch die kleinen Gässchen der Stadt und bestaunten die verschiedenen textilen Produkte, die überall hergestellt und angeboten wurden. Von gehäkelten Yak-Mützen mit Hörnern über reich bestickte, antike Stoffe von ethnischen Minderheiten war alles dabei.
Ausserdem war es wieder an der Zeit ein Paket in die Schweiz zu schicken. Wir trennten uns von unseren warmen Kleidern, die wir in Südostasien und auf unserer weiteren Reise (hoffentlich!) nicht mehr benötigen und den Souvenirs, die sich angesammelt hatten. Ein weiteres Mal waren wir über die Hilfsbereitschaft und Geduld der Postangestellten erstaunt. Wir gaben drei Sendungen auf, was die ungeteilte Aufmerksamkeit des Angestellten für über eine Stunde beanspruchte. Dali gefiel uns beiden sehr und wir würden jederzeit zurückkehren, falls sich die Chance dazu ergibt.









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