Im Zug durch die Welt

Ein langsames, gemütliches Reisejournal

Nach etwas mehr als zwei Wochen in Luang Prabang, war es Zeit, weiterzureisen. Wir bestiegen also wieder den Laos-China-Zug und fuhren weiter Richtung Süden, nach Vientiane. Da wir bereits jetzt wissen, dass wir schon bald wieder nach Vientiane zurückkehren werden, überspringen wir die Stadt in diesem Blogeintrag.

Vientiane liegt direkt an der laotisch-thailändischen Grenze, die hier entlang des Mekongs verläuft. Um die Grenze zu überqueren, muss man allerdings zuerst zur Friendship-Bridge fahren, die ausserhalb der Stadt liegt. Im Internet fanden wir zwar nicht alle Details zum Grenzübertritt, erfuhren aber, dass einer der Stadtbusse Vientianes (Nr.14) direkt zur Brücke fährt. Wir bestiegen also den recht in die Jahre gekommenen, aber glücklicherweise klimatisierten Bus und tuckerten los. Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir die laotische Grenze, welche wir schnell passierten. Ein weiterer Bus brachte uns über die Brücke nach Thailand ins Städtchen Nong Khai, wo wir unsere laotischen Kip in thailändische Baht wechseln konnten und unseren Einreisestempel erhielten. Zu Fuss marschierten wir dem Strassenrand entlang vom Grenzübergang zur nahegelegenen, winzigen Zugstation im Nirgendwo, wo zu unserer Überraschung tatsächlich unser erster Nachtzug Südostasiens auf uns wartete.

Das Abteil war sauber und recht komfortabel. Der Schaffner richtete unsere Betten her und fragte uns, ob wir Abendessen bestellen möchten. Wir bejahten, das Abendessen wurde zu unserem Erstaunen sogar direkt im Abteil serviert und war erstaunlich lecker und keine zugtypische Astronautennahrung. Bereits um 5.30 Uhr kamen wir frühmorgens am neuen Bahnhof Bangkoks, Krung Thep Aphiwat an und bemerkten sogleich, dass wir ein kleines Problem hatten: Die Metro, welche wir ins Stadtinnere nehmen wollten, fährt nämlich erst ab 6.15 Uhr und unser Apartment konnten wir auch erst um 8 Uhr beziehen. So verbrachten wir einige Zeit halb schlafend auf Sitzbänken in der Wartehalle des Bahnhofs. Da dieser recht neu ist und etwas weiter ausserhalb des Zentrums liegt, wirkt der Bahnhof noch etwas „unfertig“, so gibt es keine Läden, Cafés oder sonstige Geschäfte. Nachdem wir unsere Zeit am Bahnhof abgesessen hatten, machten wir uns also mit der Metro auf den Weg zu unserer Unterkunft, welche im Quartier Thong Lor liegt. Wir hatten das Quartier ausgesucht, weil wir bereits 2018 einige Tage dort verbrachten und es uns recht gefiel.

Leider stellte sich sowohl das Apartment (dreckig und heruntergekommen) als auch das Quartier als suboptimal heraus. Es wurde in den letzten 7 Jahren wohl ziemlich gentrifiziert und wo früher herzige kleine Cafés, Strassenküchen oder kleine Geschäfte waren, befinden sich inzwischen Wolkenkratzer, unzählige kleinere Einkaufszentren und Filialen westlicher Fastfood-Ketten. Das einzige Highlight war unser Besuch im Brook Stoffgeschäft, in welchem Sophie bereits vor sieben Jahren Stoff gekauft hatte. Die Besitzerin hatte wahnsinnig Freude, dass wir nach so langer Zeit ein weiteres Mal ihr Geschäft besuchten und fragte sogar um ein gemeinsames Erinnerungsfoto.

Da wir in unserer Wohnung nicht bleiben wollten, mussten wir spontan eine neue Unterkunft suchen und landeten im Miami-Hotel. Dieses wurde in den 60er-Jahren an der Sukhumvit-Road gebaut und strahlt noch immer den Glanz vergangener Tage aus, mit bunten Fliesen, einer stylishen Lobby und einem Pool im Innenhof. Alles in Allem könnte das Hotel Schauplatz eines Wes Anderson-Films sein. Das Hotel ist witzig und liegt sehr zentral, was für uns praktisch war, da der Fokus unseres Bangkok-Aufenthalts im Erledigen von Besorgungen lag (neue „Ausrüstung“, Medikamente auffüllen etc.). Aus diesem Grund wollen wir hier gar nicht mehr viel über Bangkok schreiben, ausser, dass wir die Stadt teilweise nicht mehr wiedererkannten (keine Strassenküchen mehr, viele austauschbare Gebäude, keine thailändischen Restaurants usw.) und es uns nach Laos schlicht und einfach zu hektisch und laut war.

Nach einer knappen Woche sind wir froh, die Stadt hinter uns lassen zu können und besteigen den nächsten Nachtzug nach Trang, in den Süden Thailands.

Posted in

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Im Zug durch die Welt

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen