Nach nur zwei Nächten in Nagasaki verliessen wir die Stadt, und machten uns auf den Weg nach Fukuoka. Der Weg dorthin war uns bereits bekannt, da wir ihn schon auf der Hinreise nach Nagasaki zurückgelegt hatten.
Fukuoka
Fukuoka ist die grösste Stadt auf Kyushu, der südlichsten Hauptinsel Japans. Wir verbrachten wiederum nur zwei Nächte hier und mussten uns deshalb auf einige wenige Sehenswürdigkeiten beschränken. Zudem regnete es ununterbrochen, was unsere Lust auf ausgedehnte Streifzüge erheblich dämpfte. Schlussendlich entschieden uns für einen Spaziergang durch den Tempeldistrikt Fukuokas im Stadtteil Gion und besichtigten einige Tempel, unter anderem den Joten-ji, welcher bekannt für Denkmal zur Einführung von Udon-Nudeln und Tee in Japan ist. Wir besuchten auch den Tocho-ji, wo sich eine über 10 Meter grosse, hölzerne Buddha-Statue befindet (die nicht fotografiert werden darf). Unter der Buddha-Statue führt die sogennannte „Höllen-Passage“ hindurch. Zuerst tritt man in einen Gang, in welchem die verschiedenen Höllen des Buddhismus dargestellt werden. Der Gang mündet schlussendlich in einen komplett finsteren Tunnel, den man durch Ertasten durchqueren muss. Auf der anderen Seite wartet Buddha und der Himmel auf einem. Auch wenn das Wetter garstig war, sahen wir einige frühe Kirschblüten, die im grauen Wetter umso schöner anzusehen waren!





Fukuokas lokale Gerichte
Fukuoka ist bekannt für seine Yatai, Essensstände an grösseren Strassen, die Abends aufgestellt werden und Sitzplätze für einige Personen bieten. Wir versuchten mehrmals, einen Platz bei einem Yatai zu ergattern, waren aber leider erfolglos und können nicht über dieses Erlebnis berichten.
Wir konnten jedoch ein anderes lokales Gericht probieren: Hakata Ramen sind Ramen-Nudelsuppen mit einer Tonkotsu-Brühe aus Schweineknochen. Wir assen diese bei Ichiran, einer Restaurantkette, die auf genau diese Ramen spezialisiert ist. Sie schmeckten sehr herzhaft und hatten ein ausgeprägtes Schweinefleisch-Aroma.

Von Fukuoka nach Beppu
Nach zwei Nächten in Fukuoka freuten wir uns, weiter zu ziehen. Unsere nächste Station war Beppu, eine kleine Stadt, die für ihre heissen Quellen bekannt ist. Da besonders Sophie das Baden in Thermalquellen sehr schätzt, würden wir dort ein bisschen länger bleiben.
Ursprünglich wollten wir mit dem Yufuin No Mori nach Beppu reisen, einem Sightseeing-Zug, welcher eine besonders schöne (aber langsamere) Strecke befährt und sehr komfortabel ausgestattet ist. Leider war dieser Zug ausgebucht, und wir mussten uns mit einem „normalen“ Yufu-Zug begnügen. Dieser ist zwar weniger luxuriös ausgestattet, befährt aber trotzdem die schönere Strecke durch das Landesinnere. Natürlich besorgten wir uns am Bahnhof Fukuoka wieder Ekiben, die wir während der Fahrt verspeisten.


Beppu
Beppu ist ganz den heissen Quellen und Onsen (japanische Thermalbäder) verschrieben. Hier gibt über 3700 heisse Quellen und über 150 öffentliche Bäder. Entsprechend viele Touristen besuchen Beppu; Berichten zufolge sollen es über 12 Millionen pro Jahr sein. Glücklicherweise herrschte zur Zeit unseres Besuches gerade eine touristische Flaute: Die meisten Menschen besuchen Beppu entweder im tiefen Winter oder während der Kirschblüte, die noch einige Wochen entfernt ist.
Neben etlichen Onsen (mehr dazu später) besichtigten wir zwei der „Höllen von Beppu“, spektakuläre, nicht zum Baden geeignete heisse Quellen. Wir bestaunten die teils grellen Farben des Wassers und fauchenden Dampfsäulen.






Die Onsen von Beppu
Onsen – Thermalbäder – sind in Japan weit verbreitet. Da man nackt badet, sind sie in den allermeisten Fällen geschlechtergetrennt. Es gibt aber auch sogenannte Familienbäder, die von Familien und Paaren reserviert werden können, damit man gemeinsam baden kann. In Japan sind Tätowierungen historisch mit der organisierten Kriminalität assoziiert. Menschen mit Tattoos dürfen deshalb meist nicht in den öffentlichen Onsen baden und wenn, dann nur solange die Tätowierungen mit speziellen Pflastern abgedeckt sind. Ist das nicht möglich, bleibt nur noch die Miete eines Familienbads. In den letzten Jahren entschieden einige Onsen, Tattoos zuzulassen. Beppu ist eine grosse Ausnahme und erlaubt Tattoos in fast allen Onsen.
In Beppu hat gefühlt jedes Gebäude eine eigene heisse Quelle. Wir schliefen in einem einfachen Gästehaus, aber selbst dort hatte es drei Bäder (je eines für Frauen und Männer und ein Familienbad). So liessen wir denn auch die meisten Abende mit einem Bad im Gästehaus ausklingen. Daneben besuchten wir etliche weitere Onsen, unter anderem der Furosen, welcher vor allem von der lokalen Bevölkerung frequentiert wird, und der eher touristischere Hyotan Onsen.
Ein spezielles Erlebnis war der Besuch des Takegawara Onsen. Dieses befindet sich in einem historischen Holzhaus und bietet auch Sandbäder an, bei denen man für eine Viertelstunde bis zum Kopf in heissem Sand vergraben wird. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Das Sandbad war eine interessante Erfahrung, die wir nicht missen möchten. Wir beide würden jedoch nicht in ein weiteres Sandbad gehen: Sophie fand das Gewicht des Sandes erdrückend und Aurelio juckte der Kopf und er konnte sich nicht kratzen…
Der für uns schönste Onsen besuchten wir gleich zweimal: Im Sakura-yu gibt es ausschliesslich Familienbäder, die allesamt unterschiedlich gestaltet sind. Es war wunderschön, in Ruhe baden zu können und dabei die Aussicht auf ein Bambuswäldchen zu geniessen.
Lokale Gerichte von Beppu
Beppu ist bekannt für Toriten (Poulet-Tempura) und Ryukyu, in Sojasauce marinierter, roher Fisch. Wir haben natürlich beides probiert und genossen.
Die heissen Quellen werden auch zum Kochen verwendet. So kauften wir in einem kleinen Laden Jigoku-Pudding, der mit Thermalwasser hergestellt wird und in einer heissen Quelle gedämpft wird. Er war sehr cremig und schmeckte ähnlich wie ein Caramel-Flan.
Beppu ist auch das Hauptanbaugebiet von Kabosu, einer Zitrusfrucht, die wir in Form von alkoholischen Getränken und aromatisierter Sojasauce genossen haben.






Kommentar verfassen