Im Zug durch die Welt

Ein langsames, gemütliches Reisejournal

Nach einigen ruhigen und erholsamen Tagen in Beppu verliessen wir bereits Kyūshu und reisten per Zug weiter nach Hiroshima. Wir planten einerseits die Stadt zu besichtigen, aber auch ihre Umgebung. So machten wir einen Ausflug nach Iwakuni und verbrachten zwei Tage auf der nahegelegenen Insel Miyajima.

Hiroshima

In Hiroshima angekommen fiel uns sofort auf, dass es viel mehr Touristen hat, als noch auf Kyūshu und sich diese teilweise recht unangemessen verhielten. Wir nahmen ein Tram zu unserer Unterkunft, die sich dieses Mal am Rand des Ausgehviertels befand. Das Ausgehviertel selbst umfasste eine lustige Mischung aus Okonomiyaki-Restaurants, Izakayas und Lokalen, die wohl dem Schattengewerbe zugeordnet werden können.
Am nächsten Tag besuchten wir das Denkmal des Atombombenabwurfs über Hiroshima, die Gedenkstätte und das Museum. Das Museum war allerdings derart überfüllt, dass sich vom Eingang durch die Ausstellung hindurch bis zum Ausgang eine Schlange bildete. Uns war dies zu eng, wir verliessen das Museum gleich wieder und waren froh, ein solches Museum bereits in Nagsaki besucht zu haben.

Iwakuni

Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug nach Iwakuni, einer kleinen Stadt südlich von Hiroshima. Die Stadt ist berühmt für seine antike Holzbrücke (Kintai-Brücke), die als eine der schönsten Brücken von Japan gilt. Wir überquerten die Brücke und besichtigten den malerischen Park auf der anderen Flussseite. Danach machten wir einen kurzen Halt in einer Cha-ya, einer Teestube, in welcher neben Tee auch kleine Mahlzeiten serviert werden. Wir entschieden uns für Grüntee mit Isobe-Mochi, Reismehlklössen mit Sojausauce und Nori (Algenblätter). Überraschenderweise trafen wir hier kaum Touristen an, der Andrang scheint sich wohl auf das Stadtzentrum Hiroshimas zu beschränken.

Miyajima

Nach einigen Tagen in Hiroshima reisten wir weiter (bzw. streng genommen retour) zur Insel Miyajima. Diese ist für ihr grosses Torii berühmt, welches bei Flut auf dem Wasser zu schweben scheint. Eine weitere Attraktion sind die vielen „wilden“ Rehe, die sich aber perfekt an die Menschen angepasst haben, Spielplätze unsicher machen und den Touristen Esswaren aus den Händen schnappen.
Die Insel ist ein Touristenmagnet und tagsüber recht voll. Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen jedoch quasi alle Touristen die Insel und diejenigen, die auf Miyajima übernachten, können die Insel in Ruhe geniessen. Aus diesem Grund entschieden wir uns, eine Nacht auf Miyajima im traditionellen Gasthaus Makoto zu verbringen.
Am Tag unserer Ankunft erkundeten wir das Städtchen und besichtigten mehrere Tempel und Schreine, unter anderem den berühmten Itsukushima-Schrein, welcher auch bei Ebbe sehr eindrücklich war.

Am nächsten Tag entschieden wir uns für einen Spaziergang durch den Momiji-Park, der im Herbst wohl aufgrund des Herbstlaubs besonders schön sein muss. Spontan nahmen wir eine Gondel auf den Berg Misen. Insbesondere im zweiten Teil der Gondelfahrt war die Aussicht traumhaft, aber auch ein wenig beängstigend. Oben angekommen machten wir uns auf den Weg zum Gipfel und besichtigten einige Tempel und Schreine auf dem Weg dorthin. Den Abstieg bewältigten wir zu Fuss über eine nicht enden wollende Treppe. Die zwei Tage auf Miyajima waren eine willkommene Abwechslung zum Aufenthalt im Ausgehviertel und wir entschieden uns deshalb, unsere weitere Reiseroute ein wenig anzupassen, so dass wir weniger Zeit in Grossstädten verbringen.

Zuerst reisten wir jedoch nach Onomichi, einer kleinen Stadt nördlich von Hiroshima, dem Ausgangspunkt des Shimanami Kaido, einer berühmten Veloroute, die uns nach Shikoku bringen würde…

Lokale Spezialitäten

Hiroshima ist bekannt für Okonomiyaki im Hiroshima-Stil, die an jeder Ecke zubereitet werden. Okonomiyaki ist ein pfannkuchenartiges Gericht, welches auf einer heissen Platte direkt vor den Restaurantgästen zubereitet wird. Auf eine dünne Schicht Teig werden diverse Zutaten, z.B. Kohl, Speck und Eier, aber auch Crevetten und andere Meeresfrüchte gegeben. Wir assen zweimal Okonomiyaki, einmal in Hiroshima und einmal auf Miyajima.
Momiji Manju sind kleine, Ahornblatt-förmige Küchlein, die mit diversen Füllungen erhältlich sind. Wir haben die originale Variante, gefüllt mit roter Bohnenpaste, probiert.
Hiroshima ist auch berühmt für seine Austern. Da wir aber beide keine grossen Austern-Enthusiasten sind, haben wir diese nur im Rahmen des inbegriffenen Frühstücks auf Miyajima probiert. Wir sind nach wie vor keine Liebhaber…

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